Der Tindaya und die Guanchen oder Rückblick in die Urgeschichte
Januar 16, 2009
Es ist wahrhaftig faszinierend nach dem kurzen aber pfadlosen Aufstieg über Kaktus und Stein die rund 5000 Jahre alten „Fußabdrücke“ zu sehen. Der heilige Berg Tindaya ist übersät mit den Felsritzungen (Petroglyphen, gr., petro = stein, fels, glyphein = ritzen, einmeisseln), rund 210 sollen es sein. Bevor man aufsteigt, benötigt man ein Bewilligung, die das medio ambiente (die Umweltbehörde, Infos dazu am Ende des Artikels) ausstellt. Die Bewilligung zu erhalten ist nicht aufwändig und empfiehlt sich, da der Guide Dave jede Person ohne Permíso sofort vom Berg weist. Dave ist aber nicht nur ein strenger Kontrolleur, sondern v.a. ein wichtiger Part bei der ganzen Sache: Ohne ihn findet man bestimmt keine einzige der teils verwitterten, teils gut versteckten Felsgravuren.

Der erste und einzige Wegweiser

Ein Stück Weg (noch!)

Anfänglich sieht man vielleicht nur ein paar Striche, doch das ist das erste Fußpaar, das man am Tindaya findet: Die schmale Seite sind die Fersen, hier stehen also zwei paar Füße quasi Rücken an Rücken.

Recht dunkel aber schön zu erkennen sind die Zehen. Im Vordergrund dürfte ein kleinerer Fuß in einem größeren sein?

Diese Füße sind die einzigen, die Richtung Himmel zeigen, also auf einer Felswand vertikal eingeritzt wurden. Alle anderen sind immer am Boden zu finden. Lt. Dave dienten sie zur Anbetung von Himmel, Sonne, Sterne, Mond etc.

Stark verwittert.

Mehrere Füße, Zehen schön herausgearbeitet

Fuß mit doppelter Ferse

Ovale Form mit seitlicher Zeichnung. Die einzige dieser Art am Tindaya. Dave hat versucht es uns zu erklären... leider hab ich ihn da nicht so gut verstanden. Evt. weiß ja jemand was diese Form bedeutet?

Auch stark verwittert. Interessant bei diesem Petroglyph ist, dass diese Füße ausgehöhlt sind, d.h. nicht nur rundherum gemeiselt, sondern auch die Fußfläche schön gleichmäßig herausgearbeitet wurde (evt. hier im Web nicht gut erkennenbar).

Großer Fuß! Apropos Größe: die meisten Füße sind so zwischen 15 und 20 cm lang, dieser hier war vielleicht sogar rund 30 cm? Wir habens nicht abgemessen...

Die Sonnenuhr. Ein eingemeiselter Halbkreis, der unten ausgebrochen ist. Die Sonnenuhr befindet sich auf einem Stück Fels, der extra auf die Plattform im Gipfelbereich hinaufgehievt wurde. Im Gipfelbereich befinden sich rund 70 weitere Petroglyphen, die aber aufgrund ihrer Exponiertheit nur noch recht undeutlich zu erkennen sind.

noch ein Fuß, "entdeckt" beim Abstieg

Die allerschönsten Füße! Genial, nicht wahr?

Das aufgeregte und glückliche Forscherpaar am Gipfel!
Bewilligung, Permíso:
Ministerio de Medio Ambiente, Puerto del Rosario, Tel.: 928 85 21 06 bzw. in Morro Jable, Tel.: 928 86 11 15, Mo-Fr: 8-15 Uhr, sprechen neben Kanarisch angeblich auch Englisch, http://www.marm.es/
Rechnet mit einer Durchlaufzeit von ca. 1 Woche. Die Bewilligung wird für eine Person ausgestellt (Passkopie beilegen) und X BegleiterInnen. Die Bewilligung ist nur für einen bestimmten Tag gültig!
Runzel-Erdäpfel
Januar 5, 2009
oder wie die Kanaren sagen: papas arrugadas
hier das Rezept der gleichermaßen köstlichen und einfachen Beilage:
Zutaten:
- sehr viel (grobes) Meersalz
- kleine Erdäpfeln, die kleinsten, die man bekommen kann (in Österreich z.B. Kipfler)
und so geht’s:

Zutaten (leicht verwackelt... ;/)

Wasser in den Topf geben und soviel Salz hinzufügen, bis der Probeerdäpfel aufschwimmt

Dann die restlichen Erdäpfeln dazu und solange kochen bis sie durch sind

dann das Wasser abgießen, die Erdäpfeln verbleiben jedoch noch im Topf

Die Herdplatte auf die kleinste Stufe zurückdrehen und den Topf draufstellen. Das restliche Wasser ausdampfen lassen...

dadurch bildet sich eine Salzschicht rund um die Erdäpfeln. Läßt man sie noch ca. 5 Min. stehen bilden sie Runzeln und ...

... fertig sind die Runzelerdäpfeln!
Speziell für Peter :)
Dezember 17, 2008
und Babsi, falls sie ihm was Scharfes kochen möchte.
Frei nach dem Motto: Die Dosis macht das Gift!
Pimientóns de Padrón
Zutaten:
- Pimientón (scharfe Pfefferoni)
- grobes Meersalz
- Olivenöl
- Knoblauch

Die Zutaten im Überblick.
nun geht’s los:

Pfefferonis waschen

Pfefferoni vorsichtig kosten...

hab ich nicht gesagt: vorsichtig! :)?

nun gut, weiter: Pfefferonis abtrocknen und...

in einer kleinen Pfanne viel Olivenöl und halbierten Knoblauch glasig anbraten ...

Pfefferonis dazu, weiterbraten ...

und zum Schluss mit dem grobkörnigen Salz bestreuen. Heiß servieren, Weißbrot dazu - schmeckt köstlich!
Herbstbilder
Oktober 10, 2008
Der Herbst ist für mich die schönste Jahreszeit – alles ist in ein gelbes, warmes Licht getaucht (vorausgesetzt die Sonne scheint) und die Natur zeigt sich-in-allen-Farben. Ja! Klingt abgedroschen, aber ist es nicht so? Knallrote, gelbe, hellgelbe Blätter, … einfach wunderschön.
Einige Eindrücke habe ich letztes Wochenende mit meiner neuen Nikon D40 einfangen – OK, die Muscheln sind jetzt nicht DAS Herbstmotiv, aber sie waren eben auch grad am Chip.
Der beste Song ever
Juli 21, 2008
Wie Erinnerungen an ein vergangenes Leben … gerade noch lauschte ich das Jonny Cash Album als er Mercy Seat mit seiner rauhen Country Song Stimme sang. Und plötzlich waren sie wieder da … all die Abende in der Arena und Nick Cave and the Bad Seeds, einfach genial:
Zum Mitsingen:
http://www.lyricsdepot.com/nick-cave-and-the-bad-seeds/the-mercy-seat.html
Olivenölseife mit Brennessel
Mai 22, 2008

Prolog: Seifen machen ist eine sehr zeitintensive und auch gefährliche Sache. Bitte unbedingt mit Schutzbekeidung (Handschuhe, Brille) arbeiten, keine Kinder und Haustiere in die Nähe lassen. Der zeitliche Aufwand dafür beträgt schon mal 2-4 Stunden.
Zutaten:
- 800g Ölivenöl
- 200g Kokosfett
- 138,89 NaOH (in Wien: bei Neuber & Söhne)
- Bratenthermometer
- Schutzhandschuhe
- Schutzbrille
- Handvoll Brennesseln (fürs Pflücken lohnt sich da bereits der Einsatz der Schutzhandschuhe :-) außer man hälts wie meine Freundin B., die sagt, sie will keine Gicht bekommen und pflückt die Dinger bloßhändig)
Die Brennesseln in 360g Wasser weichgekocht (350 g brauchen wir dann für die Lauge). Das Brennesselwasser wird abgegossen (nicht wegschütten!) und die Brennesseln püriert (die mischen wir später unter die fertige Seifenmasse).
NaOH-Berechnung
Jedes Fett hat seine eigenen Verseifungswert, für die von mir verwendeten Fette rechnet man so:
800 g Olivenöl x 0,135 = 135g NaOH
200 g Kokosfett x 0,191 = 38,2 g NaOH
macht in Summe 146,2 NaOH. Das wäre aber zu scharf, daher rechnet man 5% weg (überfettet, sagt man da). Also 146,2 * 0,95 = 138,89 NaOH. Ihr seht, man braucht also eine echt genaue Waage!
Jetzt gehts ans Werken (Schutzhandschuhe und -brille anlegen, bitte!)
Olivenöl und Kokosfett gaaanz laaaaaaangsam auf 70°C erwärmen (Bratenthermometer), am besten im Wasserbad (Topf in Topf). In einem weiteren Topf das Brennesselwasser schütten und DANN die 138,89 NaOH hineingeben (niemals umgekehrt!) – umrühren, bis sich das NaOH aufgelöst hat. Auch die Natronlauge auf 70°C erwärmen. Dann in das Fett schütten und rühren. Stundenlang. Bis sich eine homogene Masse bildet. Ab und zu kann mit dem Stabmixer nachgeholfen werden. Aber immer nur ganz kurz.
Zum Befüllen eignen sich Plastikgefäße oder kleine Holzkistchen. Am besten mit einer Plastikfolie auslegen, dort die Masse einfüllen. Einen Teil zurückbehalten und mit den Brennesseln gut durchmischen. Dazuleeren und mit einem Stäbchen leicht verrühren. Nach 2 Tagen kann die Seife schon geschnitten und zum Austrocknen für die nächsten 3-6 Wochen aufgelegt werden.
Seifenrezept
Dezember 10, 2007

Traditionellerweise backe ich in der Vorweihnachtszeit keine Kekse, sondern mache Seife. Hier das Rezept.
TRANSPARENTE GLYCERINSEIFE
200 g Talg oder Schweineschmalz (hab ich ersetzt durch Olivenöl)
120 g Kokosfett oder Kokosöl
80 g Rizinusöl
60 g NaOH
125 g destilliertes Wasser
150 g 90%iger Alkohol
100 g Glycerin
100 g Zucker
65 g Wasser
Duftöl nach Geschmack
Wasserlösliche Farben nach Wunsch
Schutzhandschuhe
Schutzbrille
Thermometer, der bis 80° C anzeigt
Gearbeitet wird ständig im Wasserbad (Topf in Topf).
Im Wasserbad erwärmt man das Fett auf 60° C, in einem zweiten Topf löst man das NaOH in dem destillierten Wasser und erwärmt es auf die gleiche Temperatur (Achtung, NaOH ist ätzend, daher bitte Schutzhandschuhe, Schutzbrille verwenden!). Bei einer gemeinsamen Temperatur von eben 60°C mit dem Stabmixer im Wasserbad zusammenmischen. Jetzt beginnt der Verseifungsprozess, die Masse muss bei ca. 77 – 81° C etwa zwei Stunden dahinsimmern. Am besten man deckt den Topf mit Frischhaltefolie und Gummiringerl ab (oder man hat einen durchsichtigen Deckel), damit man den Gelfortschritt beobachten kann. Nach einer Stunde aufrühren, die harten Reste am Rand einrühren und die weitere Stunde verseifen lassen.
Jetzt die Alkohol-Glycerin Lösung vorbereiten: Achtung Alkohol ist leicht entzündlich! Wenn man am Gasherd arbeitet sollte man einen Feuerlöscher bereitstellen. Jedenfalls wird Alkohol und Glycerin gemeinsam vorsichtig auf 60° C erwärmt (Alkohol siedet schon bei 80°C) und die Flüssigkeit als Lösungsmittel für die gelartige Seife in den Wasserbadtopf unter ständigem Rühren mit dem Stabmixer geleert.
Wieder den Topf zudecken und 30 Minuten schwach kochend halten. Es sollten alle Seifenteile aufgelöst sein.
Während des Kochens wird die Zuckerlösung aufbereitet: Man löst den Zucker in Wasser – das ganze wird zum schwachen Kochen gebracht, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist und im dünnen Strahl vom Löffel läuft. Topf vom Feuer nehmen und die Zuckerlösung dazurühren. Danach die Masse 20 Minuten ruhen lassen, man deckt den Topf zu und lässt die Masse auf ca. 60° C abkühlen.
Die überkühlte Masse kann mit Schaum bedeckt sein, den abschöpfen. Jetzt können auch die Duftstoffe dazugegeben werden. Die flüssige Seife in Formen gießen. Die Seife muss jetzt 2 Wochen ruhen um zu trocknen. Dann aus der Form drücken. Fertig!



